Die Achalm - der Hausberg der Reutlinger

 
 
Achalm bei Reutlingen
Die Achalm gehört zu Reutlingen genauso wie die Marienkirche oder das Tübinger Tor. Der Gipfel liegt 707 m hoch, die Achalm ist ein sog. Zeugenberg, aus weißem Jura bestehend wie die  noch ca. 10 km entfernte Schwäbische Alb. Sie ist Beweis (Zeuge) dafür, dass vor Jahrmillionen der Weißjura-Block der Alb bis mindestens hierher reichte.
Leider sind von der im 11. Jhd. von den Grafen Egino und Rudolf erbauten Burg nur noch wenige Mauerreste und der um 1838 wieder aufgebaute Bergfried erhalten. Die Burg zerfiel schon im 15. Jhd, während des 30 Jährigen Krieges kam es zur endgültigen Schleifung der Burggemäuer, zudem wurden sehr viele Steine als Baumaterial von Stadthäusern verwendet.
 
M. Crusius schrieb 1587 über die Burg Achalm: 
Wir gingen  durch zwey Thüren in den fürnehmsten Theil des Schlosses. Fast in der Mitten ist ein hoher Thurm, die Mauren von allen Theilen des Schlosses sind sehr alt und ziemlich hoch. Gewiss, dies war vor Zeyten ein herrliches Schloss.
Burg Achalm
Im 19. Jhd. wurde der Versuch unternommen, das ursprüngliche Aussehen der Burg Achalm zu rekonstruieren. Hierbei herrschte lediglich Einigkeit über den Verlauf der Umfassungsmauer sowie die Position von Burgtor, Palas und Bergfried.
Die nebenstehende Rekonstruktion der Burg ist deswegen sicherlich vom Künstler (A.Gatternicht)um nicht unwesentliche Anbauten "erweitert" worden, sicher auch deswegen, um vor den Augen des Betrachters die mittelalterliche Welt der Ritterburgen wieder aufleben zu lassen.
Leider gibt es außer dieser gewagten Rekonstruktion eines Künstlers keine Abbildung der ehemaligen Burg Achalm, doch steht fest, dass es sich um ein eindrucksvolles Bauwerk gehandelt haben muss.

 
 
 
Fußweg unter der Achalm
 
Fußweg unter der Achalm (1905)
Reste der Burg Achalm

 
 
Woher stammt der Name "Achalm"? Ludwig Uhland behauptet in seiner Ballade "Schlacht bei Reutlingen" ein tödlich getroffener Ritter hätte noch "Ach Allm(ächtiger)" rufen wollen und dies hätte dann dem Berg und der Burg den Namen gegeben.

Ach Allmächt'ger!" wollt er rufen, – man hieß davon das Schloss

Allerdings ist  der Name Achalm weitaus unspektakulärer Herkunft. Achalm bedeutet schlicht  "Ache" (Bach) "an der Alm" (Bergweide) - also Bach, der an einer Bergweide entlang führt.

Es ist jedoch nicht ganz sicher, welchen Bach (Ache) die Namensgeber der Achalm gemeint haben. Möglicherweise könnte es sich hierbei um den Aispach handeln, der oberhalb des Pfalzgrafenweges am Hang der Achalm seinen Ursprung hat. 
 

 
 
Ansichtskarte von der Achalm aus dem Jahr 1920
Fussweg unterhalb der Achalm um 1900
 
Historische Postkarte: Gruß von der Achalm
Höhengaststätte Achalm in den 60er Jahren
 
Wappen der Grafen von Achalm
Achalm mit "Höhengaststätte" um 1970
 
Historische Postkarte von 1912 von der Burg Achalm
Ein Schäfer auf der Achalm um 1960
 
Historische Postkarte
Postkarte Achalmturm 1935
Bevor die Höhengaststätte auf der Achalm erbaut wurde, stand dort eine bewirtschaftete Baracke
Richard Jauch war der Pächter dieser Baracke von 1954 bis 1955, danach wurde die Höhengaststätte erbaut
Werbeschild der Achalm-Brauerei Eningen mit Graf Egino
Die Achalm Baracke von vorne