Dr Schwäbische Eulespiegel
 Dr Schwäbische Eulespiegel - aus dem Script von Günther Rilling "Uf Schwäbisch tut d'Wohret et so waih"

(Der Heusel-Rein wird in diesem Script "Glitzer-Ul" genannt, wohl in Anlehnung an "Eulenspiegel")

I hoiß ehn de schwäbische Eulespiegel, weil er viel bosget hot, was sei mittelalterlichs Vorbild genau so hätt’ mache könne. Oimol aber hot er sich täuscht. Der aus em Braunschweigerische hot sich domols noh noch dr Verurteilung en Lübeck vom Galge rette könne, der aus em Schwäbische aber ist ohne a Gerichtsverhandlung grausam ombrocht worde – ond des net em Mittelalter. Doch des kommt erst am Schluss.

Seine Mondwenkel send vo me gstutzte Oberlippebart vrdeckt gwea. Wer hätt’ au deekt, dass er so schreie ka?! Wege dene tiefe Falte über dr Nas hot mr vrmute könne, dass er viel grüblet ond leidet. Andererseits hent aber seine glitzige Mausäugle ond seine Fledermausaohre wisse lao, dass dem nix nauskommt.
Sei Mama hot des als erste gmerkt. Drom hot se, kaum hot er uf de Herd gucke könne, zo ehm gsait: „Pass uf d’Milch uf!“ – Glei druf hot’s in dr Kuche gstonka wie beim Schmied, wenn er a Hufeise a’passt. „I hau doch gsait, de sollst uf d’Milch ufpassa!“
„Des hao i doch dao. Genau sogar. Zerst hot se a bissle grauchet, no hot se bloteret ond ist übergloffe. No isch se uf em Herd rom pfupferet ond hot gstonke.“

Zo sellre Zeit send d’Lokomotive scho über 20 Johr lang regelmäßig mit ihre Wäge am elterliche Haus vorbeipolteret. Tag ond Nacht hot des Häusle ämol wieder zitteret, sobald d’Züg vorbeigfahre send, ond dorom hot er au koi guts Vrhältnis zor Bah ghet.

S’ist ehm aber nie eigfalle, dass er sich beschwere wött. So ist er erzoge worde. Drhoim bei 're Herd arme Taglöhnerkender hot’s ghoiße:“Gosch halte ond pariere!“ Des hot er no scho könne, mo er en d’Schul komme ist.

Trotzdem hot er net „Hier!“ gschrie, mo dr  Name Ulrich Glitzer ufgrufe worde ist. Wie se ehn no gfrogt hent, ob er net do sei, hot er gmoint, des sei er net. Wer no er sei, hot dr Lehrer wisse wölle. „Dr Glitzer Uhl.“ – Anders hot mr ehn außer Haus bis do na nie ghoißa ghet ond au später ist er meistens bloß dr Glitzer-Uhl gwea.
Weil er’s Pariere gwöhnt gwea ist, hot er jede Drill mitgmacht ond bald gschriebe wie gstoche, so dass dr Lehrer ehn als Vorbild hingstellt hot.
Dr Ul aber hot bloß guckt, dass er o’grupft drvokomme ist, s’Lob ist ehm et so wichtig gwea. Sobald er gmerkt hot, dass er net de Kürzere zieht, wenn er aus dr Roll fällt, hot er schnell em andre ois ausgwischt.

„Ja Glitzer-Ul, mo kommst du denn her?“ hot ehn onterwegs oiner gfrogt, mo gseah hot, dass er vo Degerschlacht komme ist. „Direkt vo Ohmahause“, sait dr Ul, ond dr ander lacht vrlege, weil ehm ufgange ist, dass mr so domm net froge sott.
Ausgfallene Antworte hot dr Ul meistens gebe, drom hent manche gmoint, se könne s’Michele mit ehm treibe. Älle send sich sicher gwea, dem därf ma bloß nix glaube. „Ihr werdet euch no wondere“, deekt dr Ul. A Gmischtwarehändler vo Betzinge ist uf die Idee komme, er schickt dr Glitzer-Ul mit em Leutschender voll Zibebe noch Degerschlacht.
 
 
 

„I zahl dr a Mark drfür.“
„Ond fürs Hoimkarre?“ will dr Glitzer-Ul wisse.
„Do ist dr Karre leer ond razus lauft er vo alloi.“
„Boides ist vrloge“, moint dr Glitzer-Ul
„Wenn’s net wohr ist, kriegst für d’Rückfahrt au no a Mark.“
„Abgmacht“, strahlt dr Ul ond zieht los. 

Z’Degerschlacht macht er so a Gschrei, dass dr Schütz ehn glei zom Flecka nausweise will.. Er könn nemme hoim. Seine Füß trage ehn nemme, klagt dr Glitzer-Ul ond schreit weiter.
„Sei ruhig ond sitz nuf, no karr de hoim“, bruttlet dr Schütz. Dr Glitzer-Ul ist glei drmit eivrstande. So ist er hoimgfahre worde ond hot sogar vo seim Auftraggeber nomol a Mark kassiert.
D’Leut aber hent gsait:“Em Glitzer-Ul ist net z’trauet.“ Net bloß glacht, sondern au ebbes henter seine Antworte gsucht hent se.

Wie er ehm beim Galgeberg begegnet, fragt ehn oiner: 
„Mo kommst denn du her mit deiner Hack?“
„Grad han i a Granat onterm Gaskessel vrgrabe!“
“Schwätz et!” – “Wenn dr I sag.”
Wie abrennt fußlet dr ander zom Gaswerk. Mr goht om dr ganz Gaskessel rom ond fendet tatsächlich a Stell, mo’s Erdreich frisch omgrabe worde ist. Wie rohe Oier wurd Kies ond Dreck vo dene Manne uf d’Seite klaubet ond tatsächlich kommt a raots Päckle zom Vorschei – Zigore-Kaffee vom Mühle-Franck, wie mr’s früher äls im Lade kauft hot.




„Für den isch Zeit, dass er zom Militär kommt“, hot mr jetzt höre könne, „do werdet ehm d’Flause zom Kopf naustriebe!“ Domols ist no Sitte gwea, dass mr bei Vrwandte ond Bekannte vrbeiguckt hot, eh mr gmustret worde ist. Do drbei hot mr no a paa rPfennig kriegt. Dr Glitzer-Ul hot deekt: ”Je meh Bekannte, desto meh Geld” ond hot an Haufe Bsuach gmacht.
Wie er no vo dr Musterung rauskommt, stoht a vierspännige Kutsch do. Dr Ul steigt uf ond losst sich noch Betzinge nonterfahre.

„Ja Glitzer-Ul“, wondret sich d’Leut, „wie host denn dees zahle könne?“
„Mit eurem Geld natürlich“, hot er ganz knitz zruckgebe. Mr hätt moine könne, er häb sich über sei Tauglichkeit gfreut, wenn er so Sache macht. Mo er aber eizoge worde ist, hot er gmoint: „Ihr werdet seah, i be bald wieder drhoim.“

Des hot ehn schao gwonderet, dass d’Rekrute so em Dreck romgjagt werdet, dass se aussehet wie d’Sau, ond nochher sollet se s’ganz Häs wieder blitzblank poliere ond bürste. Für dr Ul ist dr Wafferock koi Staatsrock worde. Mit dr Uniform hot er dr Fußbode ufgwischt ond mit dr Schuhwichse de glitzige Knöpf putzt. Ist ehm no zeigt worde, wie mr’s richtig macht ond hot er  zur Strof no au noh em Onteroffizier sei Sach putze dürfe, no hot er zom Abschluss en dem sei Säbelschoid neigschifft.
Bei so’re Disziplin hot mr ehn natürlich net mit de andre exerziere lasse könne ond deswege ist er meistens zom Ennadenst abkommandiert worde. 

Mr hot au koin Glitzer-Ul brauche könne, mo dr General zor Inspektsjo komme ist. Gschniegelt ond bügelt stoht d’Kompanie uf’m Kasernehof, henteranander ond nebenander, grad wie am Schnürle, wenn d’Angersche gsetzt werdet. Koin Laut hairt mr, net amol an Schnaufer, bloß d’Schritt vom Genral, der die vo de andre Offizier vrschluckt hot, weil se sich ganz ehm a’passt hent. Aber Straoh, - Straoh, - leers Straoh purzlet, fällt, flattret vor, über, henter ehne, ond wie se nufgucket, lueget älle de Glitzer Ul, wie er an alte ufgschlitzte Straohsack ausschüttlet.

Wie’s Donderwetter sauet a paar Vorgsetzte d’Stiege nuf ond stauchet den Glitzer-Ul zamme mit älle Flüch ond Schempfwörter, mo se in ihrer ganze bisherige Laufbah gsammelt ghet hent. Dr Ul aber wartet, bis er gfrogt wird, was ehm eigentlich eifall. Ganz treuherzig moint er: „I hau deekt, de graoße Viecher ghairt au gstreut.“
Dui Sach hot natürlich no schlemme Folge für ehn noch sich zoge, ond doch ist er net drmit ans Ziel komme.
Jetzt greift er zo’me andre Mittel. Mit sei’re tadellose Schrift schreibt er em König an Brief. Der hot sicher fast heule müsse, mo er glese hot, was für a arme Frau em Ul sei Mutter sei, die für a ganze Herd sorge müss, ond die dringend a Hilf brauch, weil de ganz Arbet an ehre hang, solang er seine Kräft beim Militär vrplembere.
Des hot gholfe. Dr König hot sei Entlassung a’gordnet ond ehm sogar noh 20 Goldmark gschickt.

Dr Mutter hot er et viel gholfa, aber noch ma Gschäft hot er sich guckt, ond in dr Weberei hot er ois gfinde. Doch au dr Ul ist net als Moister vom Hemmel gfalle. Oin Webfehler noch em andre macht er ens Tuch.
„Pass besser uf!“ schempft dr Meister, „so Nester will i koine meh seh!“
„S’ist recht“, sait dr Glitzer-Ul. Wie no dr Moister noch me Weile vorbeikommt, trifft ehn schiergar dr Schlag.
„Ja“, (ond was er jetzt älles gflucht hot, lasset mr lieber weg) du machst doch dr ganze Stoff hee, hör uf!“
„Wieso?“, frogt dr Ul, „do hot’s doch gar koine Nester meh dren. I han doch älle rausgschnitte.“

S’ist lang gange, bis er donoch wieder a feste Astellung gfonde hot. Solang hot er sich halt mit Gelegenheitsgschäftle beholfe. 
Z’Wannweil hent se oin braucht, mo em Tagloh Holz spält. Em Ul ist des enandernoch gloffe. Mr hot sich bloß gwondret, dass d’Holzbeig nochher so klei gwea ist. Erst mo er scho lang Feierobed ghet hot, ist mr drufkomme, dass älle obärche Klötz d’Echez nagschwomme ond bei dr ontre Fabrik am Reche hange bliebe send. Ist aber koi Echez in dr Nähe gwea, no hot er oifach die Holzrugla, mo et guat spalte gwäh send, henter de Spächele vrsteckt.

Schließlich ist er no doch wieder eigstellt worde, en 're Gärtnerei. Bald merkt dr Ul, wie mr do schwitze, schloife ond sich bucka muass. Ond nochher isch’s erst no net gut gnug.
„Du musst lockerer schore ond de Bode vrstaoße!“ sait dr Hilfsgärtner, „damit nochher au Luft an d’Wurzle kommt.“
Des merkt sich dr Ul ond steckt beim Setze d’Blätter en Bode ond loßt d’Wurzle en d’Haihe staoh. „So“, sait er, „jetzt werdet se au gnug Luft hao.“

Noch 3 Tag ist er schao wieder entlasse worde, aber s’hot ehm nix ausgmacht. Dr Glitzer-Ul hot nämlich inzwische gmerkt, dass zwoierlei Arte vo Gschäft geit, sottiche, mo oim net gfallet ond mo oim s’Kreiz ond älle Glieder waih dont ond sottiche, mo oim gfallet ond mo mr sogar no Onterhaltung drbei hot. „Handle, was ontern Fengernagel goht, ist besser als zwoi Händ voll gschafft“, ist sei Wahlspruch worde. Bald hot mr ehn mit seim Rucksack bloß no onterwegs a’troffe. Mit Kappe, Hüt, Kloider, Uhre, Messer ond ällem Mögliche hot er gfuggret. Hot oiner mol wieder ebbes gsuacht, no hot’s ghoiße: „Des ka bloß dr Glitzer-Ul hao!“ Uf dr Polizeiwach ist er deswegen auch ab ond zu erschiene, ohne dass ehm oiner hett ebbes nochweise könne.




„En mei Tasch langt mr koiner nei!“ hot er gwarnt ond sei Hosatasch zuaghalte. „Jetzt lass de halt gschwend durchsuche“, hent die Poliziste gmoint. Om so hartnäckiger dr Ul: „En mei Tasch langt mr koiner nei!“
Jetzt isch dene Poliziste z’domm worde. Zwoi hent ehn em Polizeigriff packt ond dr Dritt hot ehm in d’Tasch glangt. „Pfui Teufel, des isch Kuhdreck!“ schreit er. „Grad des han i vrhendre wölle“, lacht dr Ul, „aber euch ka mr jo net helfe!“
 
 

En dr Stadt hot’s vrschiedene reiche Leut gebe. Sottiche, mo uf ihr’n Reichtom nufgsesse send ond sottiche, mo wölle hent, dass er schnell meh wurd. Deswege hent se om Geld gspielt.
Dr Ul hot bald vrklickeret ghet, dass er bei dene schneller zo Geld kommt, als wennn er sein alte Gruscht vrkauft, ond weil er au zor Onterhaltung beitrage hot, hent selle Großkopfete nix drgege ghet, dass er mitgspielt hot. Dr Glitzer-Ul aber hot hehlenge bschisse ond ist emmer mit volle Tasche hoimgfahre.





Amol fährt uf em Bahhof grad dr Zug rei. En dem seim Luftzug loßt dr Ul a paar Zeh-Markschei durch d’Gegend flattere ond schreit: „Do, ihr arme Schlucker, hebets uf, ihr hent jo doch koi Geld!“ Natürlich hot sich koiner getraut, onter de Zug z’sprenget, ond bis se’s bei dr Bah gmerkt hent, ist dr Ul scho längst vrschwonda gwea.

Meistens aber ist er lieber gloffe als gfahre, über d’Betzinger Au en Wannweiler Gries, nebe dr Eisebah her. Ist no dr Zug komme, ist er gschwend zemmegfahre ond hot mit de Händ gfuchtelt. Em Zug hent se gsait: „Do gucket, dr Glitzer-Ul macht seine Faxe!“ ond zo ehm nausgwonke.
„Wenn no älle dorom nauswenka dätet, dass s’ganz Glomp omhaglet“, hot dr Glitzer-Ul deekt ond beim nächste Mol probiert, mit seim blanke Hentere meh Leut romz’krieget. Weil er des et erreicht hot, ist er bei Nacht mit me weiße Leituch ond 're Latern uf em Kopf vor em Betzinger Friedhof romtorkelet, mo dr Zug komme ist. Älles hot koin Wert ghet, au net bei dr „Hutzel“, dem Gönninger Zügle, mo viel leichter gwea ist.

Do hot sei Schwoger, dr Hase-Max, bei seine Onternehmunge uf dr andre Seit vo dr Bahlinie scho meh Erfolg ghet, wenn er uf dr Karlshöhe oder am Bollrain Hase gfange hot. Schließlich send ehm d’Poliziste doch uf d’Schliche komme.
Dr Ul sieht se grad am Haus vorbeigange, wie dr Max scho a Weile seim Hobby nochgange ist. Schnell schleicht er hehlenge uf d’Karlshöh ond schreit so laut er ka: „Bist amol wieder dr Arbeit drvogloffe, du Erzfauleezer! Du bist doch dr Ällerliadrigst! Machst endlich, dass de hoimkommst ond ebbes schaffst, du Tagdieb!“ Jetzt ist dr Hase-Max gwarnt gwea ond hot sich uf em schnellste Weg drvo gschliche.

Uf dr Wilhelmstroß z’Reutleng ist scho emmer ebbes los gwea. Dr Glitzer-Ul hot des gwisst ond deekt: „Wenn i scho de Zug net zom Omgheia breng, no will i wenigstens dort ebbes a’stelle.“
Mr muss gnau nogucke, dass mr sieht, der hebt mit zwoi Fenger a Hoor ond mit em Domme ond Zeigefenger vo dr andre Ha’d streift er dra naus, bis nemme goht. No fängt er wieder vorne a. Dr oi oder ander bleibt jetzt stande. Dr Ul aber macht emmer weiter ond schwätzt überhaupt nix, do könnet se froge, solang se wöllet. Deswege standet emmer meh Zuschauer na. Dr Vrkehr wird ufghalte ond sogar d’Stroaßabah. Ma holt an Poliziste, aber dr Ul loht sich et aus dr Ruh bringe. Erst als dr Polizist ehn abführa will ond warnt: „Uf dr Polizeiwach werdet mr ehn scho zom Schwätze brenge“, macht dr Ul s’Maul uf: „Herr Wachtmeister, i hao gwisst, dass om an Seckel rom an Haufe Hoor standet, aber dass soviel Seckel om a Hoor romstandet, des hätt i net glaubt.“ Natürlich hot er wieder d’Lacher uf sei’re Seit ghet.
 

Wie seine andre Streich ist au der schnell weitervrzählt worde, ond dr Pfarrer Käppele hot gmoint, jetzt sei’s höchste Zeit, dass er ehm amol ins Gwisse red. Weil er aber a Moralist ond koi Seelsorger gwea ist, hot er ehn folgendermaße a’gsproche: „Glitzer-Ul, wenn Ihr so weitermachet, kommet Ihr zuunterst in die Hölle, und was saget Ihr dann?“
„Gute Tag, Herr Käppele!“ sait dr Ul ond ma ka bloß hoffe, dass dr Pfarrer aus dere Antwort glernt hot.

Em Grond hent boide vo dr Höll koi Ahnung ghet, obwohl domols schao s' Muetes Heer durch d’Gegend zoge ist ond se z’Reutleng uf dr Rennwies a riesigs Zelt ugschlage hent. Stramme Kerle ond Veterane aus em Siebzger Krieg mit Vollbärt seie dogstande, ond mo dr Muetes reikomme sei, seiet se uf d’Schranne gstiege ond häbe donderschlächtig „Heil!“ gschrie, so dass a Schrann broche ond a baar naghaglet seiet. Dr Muetes sei aber bloß mir erhobner Ha’d vorbeigloffe ond häb glächlet. Koiner hot ebbes von 're Höll gmerkt. – Dr Teufel ist a Eichhörnle.

Em gleiche Johr ist em Ul sei Mutter gstorbe. Er ist net zur Beerdigung gange. Drhoim hot er gheult. Dr Daod hot so wenig in seine Vorstellunge passt wie d’Höll. Scho domols, mo sei Vatter gstorbe ist, hent se ehn gfrogt: „Glitzer-Ul, worom bist du deim Vatter et zor Leich gange?“ ond zor Antwort kriegt: „Der goht jo mir au et!“
A Johr noch sei’re Mutter ist au d’Weimarer Republik vrgrabe worde. „Glitzer-Ul“ hot ehn mancher gwarnt, „jetzt pfeift an andrer Wehd. Pass uf, deine Späß vrstoht mr nemme!“
Dr Ul aber hot deekt: „I  haos Kaiserreich überlebt ond a Republik überstande, i wurd au mit dene fertich.“

Wie no fast älle beim Grüeße d’Ha’d nufdo hent, hot dr Glitzer-Ul d’Faust nufghalta ond gschrie: „Das ist mein Fiehrer!“ Ond weil er’s wiederholt hot, hot ehn au bald oiner am Schlawittich ghebt. Dr Ul macht sich nix draus. „Das ist mein Fiehrer!“ schreit er, wenn au nemme so laut. Uf dr Polizeiwach werdet se no zudrenglicher ond drom macht dr Ul d’Ha’d uf, legt a Vier-Pfennig-Stück uf de Tisch ond sait: „Glaubet’r jetzt, dass des mei Vierer ist?“ Zom Eisperre hot des no net glanget, aber zom Notiere. Hot dr Glitzer-Ul net au schao mit Pistole ghandlet? Vielleicht ka mr ehm  do draus an Strick drehe. So ist er vor Gricht glade worde. Uf em Tisch lieget vrschiedene Waffe. Dr Ul soll sich’s agucke ond ebbes drzua sage.
„Do ist jo mei Pistol!“ stellt er fest ond steckt se en d’Tasch. Sofort wird vrlangt, dass er se zrucklegt. 
„Hohes Gericht!“ spricht er jetzt, „ich war Soldat und habe gelernt: Wer seine Waffe ausliefert, der ist ein Schuft! Ich aber bin ein ehrenwerter Mann, das können Ihnen alle Anwesenden, die mich kennen, bezeugen.“
Die Richter hent bald gmerkt, dass dem Ma bloß om sein Auftritt gange ist. Em Grond ist er a harmloser Kerle. Bloß – für die domolige Machthaber hot des Wort „harmlos“ gar et existiert.
Was er en de nächste Johr gmacht hot, ob er übers Bruderhaus oder über a andre Eirichtong oder ob er oifach so noch Grafeneck gholt worde ist, des ka oder will oim neamert sage.

Dr Krieg ist no koine 10 Monet alt gwea, no ist scho d’Sterbeurkund komme:
„Hirnschlag“ ond onterschriebe hot a Kriminalbeamter, mo noch em Krieg en Tübinger freigsproche worde ist.
„Jetzt hent se em Glitzer-Ul a Pülverle gebe“, ist in dr Omgebung vo Reutlinge gschwätzt worde. Ebbes Schlemmers hot sich neamert vorstelle wölle. Schad, dass dr Ul noch em Krieg nemme glebt hot. Er hätt an manche Mediziner ufkläre könne drüber, onter welche Omständ mr an Hirnschlag stirbt. Net tief gnug hent se des en den Naturstein uf em Grafenecker Friedhof neihaue könne:
 
 

„Sell ist sicher, Herr, 
wer ploget wird
ond sich et wehre ka,
für den trittst du ei.
S’letscht Wörtle
Ist nämlich no et gsproche.