Die Württemberger Hymne: Preisend mit viel schönen Reden

 
 
1. Preisend mit viel schönen Reden
|: Ihrer Länder Wert und Zahl, :|
|: Saßen viele deutsche Fürsten, :|
|: Einst zu Worms im Kaisersaal. :|
4. Große Städte, reiche Kloster,
|: Ludwig, Herr zu Bayern, sprach, :|
|: Schaffen, daß mein Land den Euern :|
|: Wohl nicht steht an Schätzen nach. :|
2. Herrlich, sprach der Fürst von Sachsen,
|: Ist mein Land und seine Macht, :|
|: Silber hegen seine Berge :|
|: Wohl in manchem tiefen Schacht. :|
5. Eberhard, der mit dem Barte,
|: Württembergs geliebter Herr, :|
|: Sprach: Mein Land hat kleine Städte, :|
|: Trägt nicht Berge silberschwer; :|
3. Seht mein Land in üppger Fülle,
|: Sprach der Kurfürst von dem Rhein, :|
|: Goldne Saaten in den Tälern, :|
|: Auf den Bergen edler Wein! :|
6. Doch ein Kleinod hält's verborgen:
|: Daß in Wäldern noch so groß :|
|: Ich mein Haupt kann kühnlich legen :|
|: Jedem Untertan in Schoß. :|
 
7. Und es rief der Herr von Sachsen,
|: Der von Bayern, der vom Rhein: :|
|: Graf im Bart! Ihr seid der reichste, :|
|: Euer Land trägt Edelstein! :|

 
1445 wurde im Uracher Stadtschloss der Grafensohn Eberhard V., der spätere Graf Eberhard im Bart, geboren. Bereits mit 14 Jahren übernahm dieser 1459 offiziell die Nachfolge seines Vaters und baute Urach zu einer ansehnlichen Residenzstadt aus - gemäß seinem Wahlspruch

"Attempto" (Ich wags)

Wie das obige Lied - die Württembergische Hymne - zeigt, war der Graf im Bart bei der Bevölkerung sehr beliebt und es zeigt auch, dass Eberhard bei den Reichsfürsten großes Ansehen hatte.

Tatsächlich war er der bedeutendste der mittelalterlichen Landesherren Württembergs. Von Urach aus gründete er 1477 die Universität Tübingen und in seiner Residenzstadt Urach gab es damals bereits eine Papiermühle, eine Buchdruckerei und eine Lateinschule.

Das Wappen vom Graf Eberhard im Bart