Wer weiß was über.......
Eingehende Antworten werden hier veröffentlicht mailto:wernerfrueh@web.de


 
Corsan Blechdose
Diese "Kräuter Caramellen gegen Katarrh und Husten" wurden laut Aufschrift auf der Blechdose von einer Corsan Gesellschaft mbH in Betzingen hergestellt. Wer weiß etwas über diese Firma? Mich würde interessieren, welche Produkte hergestellt wurden und vor allem, wo die Firma ihren Sitz hatte. Dem Design nach dürfte die  Blechdose aus den 50ern stammen.

(von Erich Nedele aus Betzingen)

Bei dieser Firma handelte es sich um eine pharmazeutisch  chemische Fabrik, die nicht nur unter dem Namen "CORSAN" sondern auch als "SÜKA" firmierte. Die Firma produzierte bis 1951 in Betzingen in den Fabrikgebäuden in der Olgastraße 9, ehe sie ihren Sitz woandershin verlegte. Die Fabrikgebäude wurden anschließend von der Fa. Schirm Leibfritz genutzt. Heute befindet sich auf diesem Terrain der ehemaligen CORSAN Gesellschaft der Supermarkt LIDL und die Kneipe "Quellenhöfle".

(von Walter Thron aus Betzingen)
Ich habe 4 Jahre lang, von 1947 bis 1951bei der CORSAN Gesellschaft in der Betzinger Olgastraße gearbeitet. Die Firma hieß offiziell SÜKA (Süddeutsches Kräuterhaus Stuttgart) und der Firmeninhaber hieß Friedemann. Es waren hauptsächlich ältere Frauen aus Betzingen und Wannweil in diesem Betrieb beschäftigt, insgesamt vielleicht 20 Personen. Wir stellten in der Hauptsache Eukalyptusbonbons, Kräuterkaramellen, Knoblauchkapseln, Elexiers, vor allem aber verschiedene Teemischungen her.
1951 verlegte Herr Friedemann seinen Betrieb nach Bad Niedernau weswegen ich aus dieser Firma ausschied. Nach ein paar Jahren der Produktion in Bad Niedernau wurde die Firma CORSAN aufgelöst.


Offensichtlich gab es vor 25 Jahren mal einen VfB Fanclub in Betzingen, sogar mit eigenem Logo und Aufnäher, weswegen ich annehme, dass es sich hierbei um einen zahlenmäßig nicht gerade kleinen Fanclub gehandelt haben dürfte. Selbst langjährigen eingefleischten VfBlern aus Betzingen und Reutlingen ist ein Fanclub Rot-Weiss Betzingen jedoch kein Begriff. Weiß jemand etwas über ROT-WEISS Betzingen?
Unseren alten Haufen gibt es immer noch, jetzt sind wir ca. 35 Mitglieder und diese Aufnäher gibt es immer noch.

Viele sportliche Grüße

Alexander Eliewsky
 




 

Fakampa am Ortsrand Betzingens

Das Gebiet am Ortsrand von Betzingen in Richtung Wannweil wird von alten Betzingern manchmal als "Fakampa" bezeichnet. Weiß jemand, woher diese merkwürdige Bezeichnung kommt, bzw. was für eine Bedeutung "Fakampa" haben soll? Der offizielle Name für dieses Gewand ist "Ersberg" - "Fakampa" wurde meist verächtlich oder spöttisch gebraucht. Möglicherweise sogar diskriminierend, weil die Bewohner der "Fakampa" z.B. im "Hangweg" früher sozial schwache Familien waren. Eine ähnliche Erscheinung ist sicher auch der Ausdruck "Texas" für die Wildermuth-Siedlung, der bis zum heutigen Tag Verwendung findet.
 

(von Prof. Dr. Siegfried Kullen aus Weingarten)
Der Ausdruck "Fakampa" ist mir unbekannt und ich kann ihn auch nicht deuten. 
Aus anderen Gemeinden ist mir aber bekannt, dass es für "sozial-auffällige " Viertel gelegentlich Spottnamen gibt, 
z.B. in Weingarten und Biberach die Bezeichnungen "Kongo" und "Kamerun" für Viertel des sozialen Wohnungsbaus, die in
Zeiten errichtet wurden als dort Kriege stattfanden. In Heidenheim gab es Arbeiterwohnviertel mit den Namen "China" und "Japan", in die einst kein Bürgerlicher seinen Fuß setzte.
Ich vermute, dass in Betzingen etwas Ähnliches vorliegt. 
antwort
(von Titus Häussermann aus Betzingen)
Bei "Fakampa" handelt es sich bestimmt um einen (typisch schwäbischen) Hörfehler und es muss richtig "Wakamba" heißen. "Die Kamba oder Wakamba sind ein Bantu-Volk und leben in den halbtrockenen Gebieten der Ostprovinz Kenias. (...) Sie sind je nach Zählweise die dritt- oder fünftgrößte Volksgruppe in Kenia. (...)" - so liest man es im Online-Lexikon Wikipedia.Im Stuttgarter Osten gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Original, das man "dr Wakamba-Neger" rief. Der Mann richtete sich Jahr für Jahr zum Volksfest mittels Schuhwichse und Theaterschminke als Dunkelhäutiger her und trat dann in Exoten-Shows auf. Die küstennahen Gebiete Kenias standen 1885 bis 1898 unter deutschem Kolonialprotektorat.

(von Moritz Knaus)
Mir ist der Ausdruck Wakamba auch bekannt:allerdings stellen sich mir die Haare auf bei "F-kamba".Als Wakamba bezeichnete man das Viertel hinter der Briesberggasse/Wannweilerstraße.
Vis-a-vis vom Rathaus war der Dr.Roth. Der heilte Mensch und Vieh,auch für Naturalien (Eier,Brot und Speck).In jungen Jahren muß er Tropenarzt in den Kolonien gewesen sein. Nach dem Einmarsch der Franzosen mußten im Rathaus Waffen,Radios etc.abgeliefert werden. Dabei waren auch vom Dr.Roth Massai-Speere und Bogen, die er zu Dekorationszwecken aufgehängt hatte.Wahrscheinlich Erinnerungsstücke aus seiner Kolonialzeit.Vor 1945 hat kaum jemand einen Neger gesehen und der Ausdruck wurde für Fremdartiges, Reingeschmecktes benutzt.Heute würde man vielleicht "slum" sagen(vielleicht zu hart).Für Bauern und Handwerker waren Neulinge (Fabrikler) Zugezogene.Ob der Ausdruck "Wakamba" vom Dr.Roth stammt oder Allgemeinwortschatz war, kann ich auch nicht sagen.Der Mundartdichter"SebastianBlau" alias Dr.h.c.Josef Eberle, Rottenburg hat in seinem Gedichtband auch ein Gedicht Über den Neger Wakamba.


Die nebenstehenden Spendenmarken "Für den Nationalen Befreiungskampf" zeigen lt. Aufschrift ein "Bauernpaar aus Betzingen". Wer weiß etwas über einen solchen Nationalen Befreiungskampf und wieso wurde hierfür ausgerechnet ein Betzinger Motiv verwendet?
 
Das Wohngebiet zwischen Fröbelstraße und Kanonenweg bezeichnen alteingesessene Betzinger als "Sillahopp". Weiß jemand, woher diese merkwürdige Bezeichnung kommt oder warum dieses periphere Wohngebiet Betzingens Sillahopp genannt wird? Allerdings benützen nur noch die alten Leute diesen Ausdruck, jüngeren Generationen scheint er unbekannt zu sein
antwort
(Von Titus Häussermann aus Betzingen)
Bei der Bezeichnung  Sillahop könnte es sich nach einem Artikel von Peter Löffelad in der Stuttgarter Zeitung vom 5. Februar 2007um einen Bergvorsprung, von dem leicht ein Mensch springen kann, handeln. Meistens, hat Löffelad herausgefunden, haben diese verbreiteten Flurnamen mit den örtlichen Gegebenheiten aber gar nichts zu tun. 'Das sind Juxworte, die im Mittelalter sich allein wegen ihres Wohlklangs verbreitet haben.' (...)"In der Tat liegt das Gebiet Fröbelstraße / Kanonenweg ja auf einer Kuppe, vor der könnte allerdings niemand hinunterspringen. Ob der Flurnamenforscher die Bezeichnung aus dem Schwäbischen ableitet, weiß ich nicht ("Silla-" vielleicht von "selle, seller" = jene, jener; "hopp" von "hopfa" = springen).

 

Das Foto auf der linken Seite zeigt zwei ältere Frauen in Betzinger Tracht auf dem Karlsplatz in Reutlingen. Das Bild dürfte um 1960 entstanden sein. Kennt jemand die Namen der beiden Frauen?

antwort
(Von Inge Schlotterbeck-Müller aus Betzingen und Lisa Hoffmann aus Reutlingen)
Bei der linken Frau handelt es sich um Katharina Betz, bei der rechten Frau um Pauline Leibßle
Das linke Bild zeigt eine Mädchen Grundschulklasse mit ihrem Lehrer Ernst Spannagel vor der Betzinger Turnhalle. Weiß jemand den Jahrgang?
 antwort
(von Iris Schneck aus Sonnenbühl-Undingen)
Dies dürfte der Jahrgang 1947 sein, denn ich bin mit auf dem Bild, und auch viele andere meiner Klassenkameraden. Von einigen könnte ich den Namen dazu schreiben nur alle weiß ich leider nicht