Schalker gegen Rassismus


Am 9. November 1992 fand in Gelsenkirchen eine Gedenkfeier zum Jahrestag der Reichspogromnacht statt, an der auch viele Schalker teilnahmen mit einem Transparent "Schalker Fans gegen Rassismus". Sie hatten genug von dem ausländerfeindlichem Gepöbel im Stadion, der verbalen Beleidigung schwarzer Spieler des Gegners und dem sich in der Gesellschaft breitmachenden latenten Rassismus im Bereich des Sports. Die Resonanz und das Medieninteresse auf diese Aktion war überraschend groß, es folgten Interviews im TV und Rundfunk Flugblattaktionen und unzählige Informationstermine. Da sich immer mehr Menschen an dieser Aktion beteiligen wollten, wurde im Februar 1993 die "Schalker Fan-Initiative e.V." gegründet, um das Engagement gegen Rassismus im Stadion fortzusetzen. Neben dem Kampf gegen den Rassismus setzt sich die Fan-Initiative auch noch für andere Belange der Schalker Fans ein: Sie gibt ein unabhängiges Fan-Magazin, das "Schalke Unser" heraus, welches regelmäßig mit einer Auflage von ca. 6000 Exemplaren erscheint.Zudem unterhält die Fan-Initiative einen eigenen Fan-Shop mit Kneipe in der Stadtmitte von Gelsenkirchen.
 

 
Schalker sind gegen Rassismus im Stadion oder sonstwo 

Um ein weiteres Anwachsen rechtsradikaler Fankultur zu vermeiden, müssen die Vereine, mit Hilfe von öffentlichem Druck, unmissverständlich in die Pflicht genommen werden. Die bereits erfolgten Initiativen wie in Gelsenkirchen sind ein erster wichtiger Schritt, damit die Stadien weiterhin ein Ort für Menschen jeder Hautfarbe und Nationalität sind. Derzeit versuchen Fans aus nahezu allen europäischen Ländern, ein Netzwerk gegen Rassismus in den Stadien aufzubauen. Dabei wurden auch insbesonders Maßnahmen im Bezug auf die EM 2000 erarbeitet. 


 
Nazis haben auf Schalke keine Chance - der FC Schalke 04 hat Strafanzeige gegen fünf jugendliche Zuschauer eines Heimspiels gestellt, die vor allem durch das Grölen von Neonazi-Parolen aufgefallen waren. Ihnen wird Volksverhetzung, Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Bedrohung und Nötigung vorgeworfen. Außerdem erhielten sie ein bundesweites Stadionverbot. 
Die Königsblauen sind 1994 übrigens der erste Bundesliga-Verein gewesen, der bei einer großen Satzungsänderung einen Passus aufgenommen hat, demzufolge Mitglieder wegen "Kundgabe rassistischer oder ausländerfeindlicher Gesinnung" aus dem Verein ausgeschlossen werden können (§ 4.4). Außerdem soll als Vereinszweck, so die Schalker Satzung, "die soziale Integration ausländischer Mitbürger gefördert werden" (§ 2). Von den fünf Festgenommenen war aber keiner Schalke-Mitglied.